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Sakerfalke


Der Sakerfalke (Würgfalke) Falco cherrug

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Verbreitung / Vorkommen:

Der Sakerfalke lebt meistens in Steppengebieten (auch Waldsteppen) Osteuropa und Zentralasiens. Sein nördlichstes Brutvorkommen ist im Süden von Österreich, da hier auch die Lebensbedingungen für den Steppenfalken vorhanden sind. Die meisten Saker leben im zentralasiatischen Teil.

Er brütete von 1997 – 1998 im Elbsandsteingebirge jedoch waren keine Bruterfolge zu verzeichnen. Seit dieser Zeit wird dieser Falke in Deutschland noch gesichtet, jedoch kann man ihn nicht als heimisch bezeichnen. Bei den Sichtungen wird es sich zum größten Teil um verstoßene Beizfalken handeln. Für eine Reproduktion oder ein Ansiedeln, des Sakerfalken, ist Deutschland nicht geeignet. Die Bezeichnung: „Der Sakerfalke ist ein heimischer Falke.“, ist schlichtweg falsch! (siehe Karte Verbreitungsgebiet von IUCN)

Nahrung / Lebensraum:

Die Hauptnahrung des Sakerfalken ist das Ziesel, dieses kommt in Eurasien von Osteuropa über Zentralasien und Sibirien bis in die Mongolei vor. Jedoch kann sich der Saker auf andere Beute einstellen, so kommen auch Hasen, Mäuse, Ratten und auch eine große Anzahl von Vögeln vor. Der Saker ein Falke der Hierofalkengruppe, fliegt er seine Reviere im Pirschflug ab oder kann auch die Jagd von der Warte ausführen. Selten führt der Sakerfalke seine Jagdflüge in großer Höhe aus.

Sein Lebensraum ist sowohl die Steppe sowie gewisse Auenwälder, bei dem letzteren ist der Anschluss von einem steppenartigen Gelände unerlässlich (Flußniederungen, Seenflächen). Sonderfälle sind manche Sakerreviere in der Slowakei sowie Nordungarn, hier zeigt sich die Theorie der weitläufigen Jagdreviere als bestätigt. Sein Lebensraum erstreckt sich jedoch nicht nur auf die flachen Ebenen, so kann er auch im Gebirge von über 1000 Metern vorkommen. Der Altaifalke (natürlicher Hybrid zwischen Ger – und Sakerfalke) ist ein typischer Vertreter der Gebirgsregion im Altaigebirge. Die extrem dunklen Altaisaker erinnern an den im borealen Nordamerika vorkommenden dunklen Gerfalken (Falco rusticolus obsoletus). Jedoch benötigt der Sakerfalke immer wieder ausgedehnte freie Flächen um erfolgreich seine Brut zu ernähren.

 

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Bestand:

Der Sakerfalke zählt mit zu den bedrohesten Falkenarten. Sein Bestand ist trotz intensiver Schutzmaßnahmen rückläufig. Besonders im innerasiatischen Raum scheint sein Bestand einzubrechen. Weltweit wird sein Vorkommen auf eine Zahl von 3.600 – 4.400 Brutpaaren geschätzt. Der Bestand in Europa soll auf eine Zahl von ca. 700 Brutpaaren geschrumpft sein. Der Sakerfalke wurde 2008 in die rote Liste der IUCN aufgenommen. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen nimmt sein Bestand in Ostösterreich und Ungarn jedoch wieder zu (Horstbewachung, aufstellen von Kunsthorsten etc.). Im asiatischen Raum werden in den letzten Jahren auch einige erfolgreiche Schutzmaßnahmen für den Sakerfalken unternommen, hier hauptsächlich durch das Aufstellen von Kunsthorsten in den Steppengebieten (diese Maßnahmen werden zum großem Teil von der arabischen Seite her finanziert).

Leider werden trotz großer Zuchtzahl immer wieder Sakerfalken gefangen (hier besonders in den pakistanischen Gebieten). Somit ist die Zucht vom Sakerfalken und dessen Hybriden (Ger x Saker) für den natürlichen Bestand sehr wichtig.

 

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Fortpflanzung:

Meistens fangen die Sakerfalken mit ihrem Brutgeschäft ab Anfang April an, jedoch kann sich dieses je nach Wetterlage bis Anfang Mai hinziehen. Das Nahrungsangebot bestimmt die Zahl des Geleges, so können 3 – 5 Eier im Horst liegen. Da der Sakerfalke, wie alle Falken, keinen eigenen Horst baut ist er auf Krähen -, Bussardhorsten oder der Gleichen angewiesen. In den Gebirgsregionen nutzt er wie der Wanderfalke Felsnischen als Horstplatz. Die Brutdauer beläuft sich auf 28 – 31 Tagen, im Inkubator kann sich die Brutdauer bis auf 35 Tage hinziehen. Die Nestlingszeit beträgt zwischen 40 und 45 Tagen (manche reden auch von bis zu 50 Tagen). Die Bettelflugperiode beläuft sich bei dem Sakerfalken auf ungefähr einem Monat. Während der Ästlingszeit kann es vorkommen das die juv. Saker ihren Horst nicht mehr zum Schutze aufsuchen.

 

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Altai - ähnlicher - Falke (Ger x Sakerfalke)


Altaifalke:

Bis heute ist man sich noch nicht einig wie oder wo man den Altaifalken einordnen kann. Als eine eigene Art kann man den Altaifalken nicht einordnen. Nach Dementjew wird der Altaifalke klar den Sakerfalken untergeordnet. Jedoch gibt es hier auch andere Meinungen, die den Altaifalken klar den Gerfalken unterordnen (Hartert, Steinbacher, Stegmann und Vaurie). Neuste Untersuchungen widerlegen aber die These von Dementjew. Im Altaigebirge gab es eine isolierte Gerfalkenpopulation, die sich mit den aus dem Süden kommenden Sakerfalken vermischte. Das äußerliche Erscheinungsbild der Altaifalken ist dem Ger x Sakerfalken gleichzusetzen. Derzeit wird auf dem Gebiet der Phylogenetik der Ger – und Sakerfalken intensive Forschungsarbeit betrieben (Eastham 2001).

 

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Die Beizjagd mit dem Sakerfalken:

So richtig hat sich der Sakerfalke in Deutschland als Beizfalke nicht durchgesetzt. In den arabischen Ländern ist dieser hingegen einer der gefragtesten Beizfalken. Hier findet er seinen Einsatz auf Trappen und Gazellen (in Zusammenarbeit mit Windhunden). Der Sakerfalke ist vielseitig einsetzbar, man kann diesen zur Haar – und Flugwildbeize einsetzen. In den europäischen Ländern wird jedoch das Flugwild bevorzugt. Der Sakerfalke baut hingegen des Wanderfalken eine sehr starke Bindung zum Falkner auf, je früher er zum Falkner kommt desto stärker wird die Bindung. Eine Umgewöhnung eines eingeflogenen Sakerfalken, an einen anderen Falkner, kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bis heute hält sich die Meinung unter den Falknern, dass sich nicht jeder Sakerfalke als Beizvogel eignet. Verhält er sich zum Teil sehr störrisch und unnahbar. Wie jeder Jagd – oder Hierofalke verfügt auch der Sakerfalke über eine gewisse „Intelligenz“, dieses wird man sehr schnell merken, wenn man von einem Wanderfalken auf den Sakerfalken umsteigt. Gewisse Fehler mag er verzeihen, jedoch grobe Fehler prägen sich bei diesem Falken stärker als bei dem Wanderfalken ein. So sollte man gerade bei dem Gewöhnen an die Haube vorsichtig umgehen, sehr schnell kann dieser Falke Haubenscheu werden. Am besten eigenen sich zum Gewöhnen an die Haube, die Hauben der indischen Form.

Der Sakerfalke sollte einen guten Wildflug erhalten, ist dieses nicht möglich so ist ein intensives Federspieltraining unabdingbar. In dieser Trainingsphase baut der Saker schnell eine Bindung zum Falkner auf und fängt hier schon an personelle Unterschiede zu Personen sich zu merken. Am Anfang des Trainings sieht das Fliegen noch sehr unbeholfen aus, der Falke wirkt im Flug schwer. Entgegen anderer Falken stellt sich der Saker bei Ermüdung auch gerne auf den Boden und läuft dann den Falkner entgegen. Der Sakerfalke baut schnell die nötige Flugmuskulatur und Ausdauer auf, so sind ca. 50 - 100 Durchgänge auf das Federspiel keine Seltenheit. Auch bei dem Saker gilt die Devise das Training auf das Federspiel nicht zu übertreiben, zu schnell macht sich dieser Falke vom Federspiel abhängig und wird auf Wild kaum ein Interesse zeigen. Der Sakerfalke eignet sich zur Beizjagd auf Flug – sowie Haarwild, ist er doch mehr der Jäger des bodennahen Raumes. Dieses zeigt sich auch wenn man einen Sakerfalken als Anwarter führen möchte. Für einen Sakerfalken der als Anwarter geflogen werden soll, ist ein Halb – oder Wildflug unerlässlich. Entgegen des Wanderfalken (Falke des Luftraumes) nutzt der Sakerfalke den direkten Verfolgungsflug und wird selten versuchen seine Beute zu übersteigen. Auf Grund seines Körperbaues (langer Stoß) ist der Sakerfalke dazu fähig plötzlich abzubremsen und kurze Wendungen zu vollziehen. Meistens verfolgt er seine Beute bis in die Deckung und hat hier noch die Möglichkeit seine Beute zu greifen, welche bei einem Wanderfalken verloren gehen würden.

Wenn man die Wahl hat wird man den Sakerfalken immer als Faustvogel vorziehen, liegt auch seine Startgeschwindigkeit und seine Horizontalfluggeschwindigkeit höher als bei dem Wanderfalken.

Der Sakerfalke hat zu seiner Körpergröße relativ kleine Hände, welche aber einen sehr festen Griff besitzen. So ist der Sakerfalke fähig Haarwild bis zur Größe eines Hasen sicher zu binden. In manchen Ländern wird der Sakerfalke viel zur Kaninchenbeize eingesetzt. In unseren Breiten (besonders in Deutschland) wird der Saker hauptsächlich auf Flugwild geflogen. Hier findet er seinen Einsatz bei der Enten -, Fasan -, Rebhuhn -, Krähen -, Elster -, und Möwenbeize. Da bei den meisten Beutetieren ein Anwarterfalke vorzuziehen ist, wird der Saker seinen Einsatz meistens als Faustfalke für die Krähen -, und Möwenbeize genutzt. Die Verfolgungsflüge können sich über eine weite Strecke hinziehen (einige Kilometer) und machen hier auch wieder den „Nachteil“ eines Faustfalken ersichtlich. Gegenüber den Gerfalken hat der Saker den Vorteil dass er nur auf das geworfene Stück Wild fliegt und nicht auf eigene Faust ein anderes Stück Wild verfolgt (auf das blaue Jagen).

Zum Einfliegen auf eine bestimmte Beute ist ein Vorlass nicht notwendig, hier reicht ein Federspiel welches mit den Flügeln der zukünftigen Beute bestückt ist. Da der Saker zur der Gruppe der Hierofalken zählt wird er schnell merken was ein Vorlass ist oder ob es sich um ein freies Stück Wild handelt. (Das fliegen auf lebenden Vorlass ist in Deutschland verboten.) Sehr viele Falkner haben jedoch die schlechte Manier ihren Falken immer wieder Vorlass zu geben und wundern sich dann dass der Falke bei einem freien Stück Wild kein ernst macht. Man kann sich noch so geschickt anstellen, dem Falkenauge entgeht jedoch nichts (auch hier ist der Unterschied zum Wanderfalken sehr deutlich).

Der erste Flug auf Wild sollte den Falken nicht enttäuschen und so sollte man sich eine sehr günstige Gelegenheit suchen. Bei der Krähenbeize zum Beispiel die Abstauber am Straßenrand. Die ersten erbeuteten Stücke sollte man den Falken unbedingt überlassen und ihn mit einem vollen Kropf darauf belohnen. Sehr schnell wird auch der Saker zu einem zuverlässigen Jagdkumpan. Durch seine feste Bindung zum Falkner wird sich ein Sakerfalke selten verstoßen, nach der ersten Mauser wird sich der Prozentsatz des Verstoßens nochmals verringern. Seine sehr starke Bindung zum Falkner machen sich viele Falkenhöfe zu Nutze und haben den Sakerfalken regelmäßig in ihren Flugshows im Einsatz.

 

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Ist der Sakerfalke ein Anfängervogel?

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Man kann sie leider nicht klar beantworten. Bis zu seinem ersten Freiflug kann man hier gerne von einem Anfängerfalken sprechen, wenn man das Glück hat einen wesensstarken Falken von einem Züchter zu bekommen. Leider sind nicht alle Sakerfalken zur Beizjagd geeignet, also sollte man sich hier im Vorfeld genau erkundigen bei welchem Züchter man sich seinen Falken kaufen möchte. Der Wildflugfalke ist immer vorzuziehen, diese Falken können in einer höheren Grundform geflogen werden. Jeder Anfänger sollte immer einen erfahrenen Falkner an seiner Seite haben und sei es nur per Telefon. Eine bestandene Falknerprüfung macht leider noch keinen Falkner. Der Vorteil bei einem Saker liegt bei seiner Bindung zum Falkner, er kann auch in einer höheren Form geflogen werden. Zum Einfliegen reicht es wenn man den Sakerfalken ca. 10 – 13 % von seinem Mausergewicht abzieht, dieses Gewicht sollte man im Verlaufe der Zeit wieder erhöhen. Baut der Falke ja auch durch das ständige Fliegen Muskulaturmasse auf. Um nun die oben gestellte Frage zu beantworten: Ja, auch der Sakerfalke kann von einem Anfänger geflogen werden. Voraussetzung wie bei allen Anfängern ist ein erfahrener Falkner an seiner Seite und gute Beizmöglichkeiten.








 

Aktualisiert (Sonntag, 29. November 2009 um 19:43)